Sonntag, 2. August 2015

1. bis 6. August Auf dem Trans-Kanada Highway in der Prärie

Wir kommen beim Kaff Irvine auf den TCH (Trans-Canada Highway). Im wiederum komfortablen Visitor Center beim Eintritt in die Provinz Saskatchewan informieren wir uns über die Campingplätze entlang des TCH. Mit viel Infomaterial sowie einer Übernachtungsplatz-Reservation in Moos Jaw (eine kleine Stadt ca. 80 Km westlich der Hauptstadt der Provinz, Regina) verlassen wir das Center. Regina (die Hauptstadt der Provinz) sei pumpenvoll, man bekäme keinen Platz. Eigentlich wollten wir dort mal wieder Waschen, Einkaufen, Blog erneuern usw. Nun erledigen wir dies in Moses Jaw (was übrigens heisst Elchkiefer, weiss Gott warum.....).

In der Nähe des Campingplatzes entdecken wir ein gutes Restaurant. Wir geniessen es, wieder mal faul zu sein und nicht kochen zu müssen. Das Städtchen Moose Jaw ist allerdings keine Reise wert, im Reiseführer als hübsche Altstadt angepriesen, entpuppt es sich bei näherem Hinsehen als ziemlich heruntergekommen.
Wir kommen auf den berühmten Trans-Kanada-Highway

Zu welchem Fahrzeug wohl diese riesigen Räder passen?

Endlose Weiten in der Prärie

Oft begleiten uns die langen Güter-Züge der Canadian Pacific Railway


Der Cervelat hat es offenbar bis zum Salami geschafft...
Weiter geht es am 3. August nach Moosomin, einem kleinen Ort vor der nächsten Provinzgrenze zu Manitoba. Wir haben den Campingplatz bereits reserviert.....
Badesee auf dem schönen Campingplatz in Moosomin

Markus mit Leibspeise - ein Hamburger
Am nächsten Tag reisen wir in die Provinz Manitoba ein.

Überall auf der Welt sieht man Fahrradfahrer, aber hier scheint es uns schon sehr langweilig...



Riesige Getreidespeicher am Wegesrand


31. Juli bis 2. August Ostwärts Richtung Saskatchewan

Wir verlassen mit vielen schönen Eindrücken den Waterton Nationalpark, hierher möchten wir gerne nochmals kommen. Für die Route zum Trans-Kanada Highway wählen wir den Weg über den "Writing on Stone" Provinzpark und weiter über die Cypress hills im gleichnamigem Provinzpark. Diese beiden Orte werden im Reiseführer als Abwechslung zum Highway empfohlen, welcher dann noch einige Zeit durch die Prärien der Provinzen Saskatchewan und Manitoba führen wird. Im Writing on stone Park sind Sandsteinfelsformationen die Hauptattraktion, während die Cypress hills eine bewaldete Hügelformation im Süden Kanadas der beiden oben erwähnten Provinzen ist. Übrigens kommt der Name Writing on stone von den Felszeichnungen und Petroglyphen der Ureinwohner, eingeritzt in die Steine.

In Cardstone, ca. 40 Kilometer ausserhalb des Watertone Nationalparks suchen wir vergeblich nach einer Bäckerei. Doch halt, was steht da auf einem Schild? Farmer`s Market, Donnerstag ab 11.00 Uhr? Es ist gerade 11 Uhr und so suchen wir den Markt auf. Punkt 11 Uhr strömen bereits viele Leute in die Eishalle. Schon werden wir "angehauen", als wir parkieren. Woher, wohin etc. Ein freundlicher  Kanadier informiert uns, dass wir unbedingt an den Gemüse- und Früchteständer der Mennoniten einkaufen sollten, alles sei super frisch und biologisch. Gesagt getan, es haben sich schon lange Schlangen gebildet, die mennonititischen Marktfrauen (und der Chef, ein Mann natürlich) sind traditionell gekleidet. Ein Foto verwehrt uns der bärtige Mann! In der Region gibt es viele Höfe und auch Gemeinden dieser Glaubensgemeinschaft.

Die Mennoniten gehören zu den deutschstämmigen Minderheiten in Kanada, wie die Hutterer und die die Amish people (letztere sind eine Abspaltung der Mennoniten). In ihrer europäischen Heimat gerieten sie wegen dem Praktizieren der Erwachsenentaufe in Widerspruch mit der Amtskirche und wurden deswegen verfolgt, so auch in der Schweiz und in Deutschland. Zuerst wanderten viele in die Ukraine oder nach Russland aus, später in die USA und Kanada, speziell in die Südprovinzen von Alberta, Saskatchewan und Manitoba.  Sie leben streng religiös und lehnen technischen Fortschritt bis heute weitgehend ab. Die herkömmliche Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern blieb bis heute unangetastet. Zudem steht das Gemeinwohl über demjenigen des Individuums. Oft bewirtschaften mehrere Familien einen "Bruderhof" oder leben in eigenen Gemeinden , wie etwas die Hutterer.

Jedenfalls deckten wir uns wieder einmal mit wohlschmeckendem frischen Gemüse und Früchten, speziell Kirschen ein, auch ein frisches Brot gab es noch zu kaufen. Und es gab wieder einmal super feine grüne Bohnen mit viel Knoblauch.



Im Writing on stone Provinz Park





Strasse in der Prärie bis an den Horizont



See im Cypress hill Park

Ein Karate-Jugendlager lärmt noch bis weit in die Nacht hinein....

Auf beiden Campgrounds finden wir mit viel Glück noch einen Platz. Inzwischen haben wir erfahren, dass die Platznot nicht nur durch die Sommerferien verursacht ist, sondern auch ein langes Familienwochende in Kanada gefeiert wird, frei zwischen Donnerstag und Montag, wobei viele wahrscheinlich gleich zwei Wochen Ferien machen.


27. bis 30. Juli letzte Tage in den Rockie Mountains

Wir verlassen Banff und fahren Richtung Süden, Ziel ist der Waterton Nationalpark, ganz im Süden der kanadischen Provinz Alberta.  Wir fahren die Forest Trunk road, eine direkte Verbindung Richtung Süden, allerdings ist diese Strasse nicht geteert. Wir übernachten auf einem Provinzcampground, hübsch an einem kleinen Fluss gelegen. Am nächsten Tag ist das Wetter wunderbar, die Sonne scheint schon am frühen Morgen ins Mobil. Wir fahren weiter auf der Crevelroad, müssen immer wieder anhalten, weil Kühe mit ihren Kälbern die Strasse queren. Hier sind die Rockies nicht gar so präsent, wir befahren eine Art Hochebene mit alpwiesenartiger Landschaft. Erst in Crownest Pass kommen wir in die Ebene. Wir besuchen noch das Visitor Center von Frank Slide, einem Felssturz zu Beginn des 20. Jahrhunderts, welcher den Ort Frank teilweise unter sich begrub. Wieder einmal staunen wir über ein relativ gut ausgebautes Visitor Center mit schöner Ausstellung.


Tierwelt am Strassenrand-Steinböcke


Dieser lässt sich nicht stören

Wieder mal Dreckstrasse-Forest Trunk Road

Am Livingston River im gleichnamigen Provinzpark


Nachtessen mit frischem Spargel

Kuh wo willst du hin?

Frank Slide Felssturz


Wir kommen für kurze Zeit in die Prärie, ein Vorgeschmack auf unsere Reise ostwärts auf dem Trans Canada Highway, der West-Ost, bzw. Ost-West Verbindung im südlichen Kanada, bevor wir mit der Ankunft im Waterton Nationalpark wieder in die Rockies kommen. Bereits beim Eingang informiert uns der Ranger, dass alle Campingplätze im Park voll seien. Wir probieren es trotzdem, und wir haben Glück. Ein letzter, zuerst von der Bürodame übersehener Platz sichert uns zwei Übernachtungen mitten in der Natur, rund um uns herum die schöne Bergwelt. Das Wetter spielt auch mit, für die nächsten Tage ist Sommerwetter angesagt. Wir verbringen zwei schöne Tage hier, besuchen schöne Plätze und auch das Wandern kommt nicht zu kurz.
Prärie-im Hintergrund die Rockies


Wo die Prärie auf die Berge trifft

Wieder mal ein Wasserfall










Donnerstag, 23. Juli 2015

19.-26. Juli Jasper und Banff Nationalparks


Auf der Fahrt zu den Nationalparks machen wir einen Abstecher in den schönen Wells Grey Park, mit seinen bekannten Wasserfällen.

Immer noch sind wir in der kanadischen Provinz British Columbia, was sich aber mit der Ankunft in Jasper ändern wird, da kommen wir nach Alberta- Zeitumstellung- Uhr eine Stunde vorrücken.
Der Dawson Fall im Morgenlicht
Helmckenfall, der 5.-höchste Wasserfall Kanadas

Fahrpause an einem Badesee

Die Rockie Mountains nähern sich- Mte. Robson, vor dem Jasper Nationalpark


Highlights des Jasper Nationalparks

Aussicht vom Mount Whistler

Maligne Canyon



Maligne Lake

Vor unserer Ankunft war die Strasse zum Maligne Lake während 2 Wochen wegen Waldbränden gesperrt. An unserem Ankunftstag in Jasper wurde die Strasse gerade wieder geöffnet und so konnten wir den schönen See bei einer Bootsfahrt besuchen.
Die Brände sind von der Strasse aus gut sichtbar
In Jasper ist mal wieder Wäsche waschen angesagt. Da der Campground keine Waschmaschinen hat, erledigen wir dies in einem so genannten Laundromat oder Laundry - einer öffentlichen "Waschanstalt". Man kennt dies ja aus den amerikanischen Filmen. Wichtig ist, genügend Kleingeld bereit zu haben. Dieser Waschsalon bietet neben (vielen) Waschmaschinen und Trocknern auch noch Wifi (nicht kostenlos) und ein kleines Kaffee.
Im Waschsalon


Die Waschmaschinen waschen zwar meist nicht so sauber, dafür sind die Trockner sehr effektiv und das Ganze dauert auch nicht so lange. Man muss das mal erlebt haben. Leute aus allen sozialen Schichten (wobei man hier in den Touristengebieten ohnehin eher sozial höher gestellte antrifft, das ist wenigstens meine Vermutung) treffen hier aufeinander - Junge Outdoorfreaks neben Müttern mit Kindern und viele Paare jedwelchen Alters.

Wir können ganz in der Nähe Parken. Hier in Kanada, wie auch in den USA haben wir praktisch nie Probleme in den Innenstädten zu parken. Die Parkplätze sind für unseren kleinen Camper meistens gross genug (die vielen Pickups hier haben meist ebenso grosse Ausmasse wie wir) und niemand stört sich, wenn man die evt. angegebene Parkzeit überschreitet. Am Abend essen wir noch in einem guten Restaurant Znacht, der Preis ist allerdings auch sehr stolz.


Am nächsten Tag geht die Reise weiter auf den so geananten Icefield Parkway, eine 230 Kilometer lange Strasse von Jasper nach Lake Louise im Banff Nationalpark. Eine der (angeblich) schönsten Gebirgsrouten. Leider ist schlechtes Wetter angesagt. Wir sind jedoch optimistische, denn dies war auch schon die letzten Tage so und es war immer besser als vorhergesagt.

Auf dem Icefield Parkway weiter Richtung Banff

Bevor es los geht, ist noch eine Wanderung zu den 5 Seen im Jasper NP geplant. Ziemlich anstrengende 4 Kilometer führen uns aber zu lauschigen Seen die in der Morgensonne leuchten.




Heutiges Tagesziel ist das Icefield Center, bzw. der Besuch des erst im letzten Jahr eröffneten Skywalk, einer Plattform mit Glasboden auf der man sozusagen über dem Tal schwebt. Zugänglich nur mit einer gebuchten Tour, da es an der Plattform selber keine Parkplätze gibt, da diese direkt an der Begstrasse liegt. Die Bergwelt ist beeindruckend, immer wieder gibt es Parkbuchten, Viewpoints um alles fotografisch fest zu halten. Man fährt zwar nicht gerade Stossstange an Stossstange wie der Reiseführer es für die Hochsaison angibt, aber es hat schon überall viel Leute. Wir sind uns das gar nicht mehr gewohnt, nach den Weiten Alaskas und Nordwestkanadas. Natürlich gab es immer mal touristische Orte, aber doch nie dermassen viel. Wir müssen uns jetzt auch immer darauf gefasst machen, dass die Campingplätze ausgebucht sind, bisher sind wir aber immer unter gekommen. Jetzt sollte man schauen, dass man noch am Vormittag ankommt...Man könnte auch reservieren, aber da wir Individualisten das gar nicht lieben - manchmal gefällt es einem an einem Ort und bleibt einen Tg länger, ein anderes Mal kommt man schneller vorwärts als erwartet und schon macht einem - die übrigens teure Reservation - einen Strich durch die Rechnung.

Im Tagesverlauf ziehen nun tatsächlich Wolken auf. Als wir beim Icefield Center ankommen stehen wir zuerst mal für Billette für den Skaywalk an. Alles ist gut organisiert und wir fahren die 5 Minuten zur Plattform mit vielen Japanern und Chinesen im Bus. Ich getraue mich sogar auf den Glasboden hinaus, es ist nicht so schlimm. Aber so gewaltig wie diejenige im Grand Canyon ist diese nicht (wir waren allerdings noch nicht dort, stelle es mir dort einfach mega vor).














Kaum zurück von diesem Ausflug beginnt es wie aus Kübeln zu regnen. Die mögliche Tour "Icefield Glacier Adventure" mit Spezialbussen auf die Zunge des nahen Athabascagletschers reizt uns nicht und so machen wir uns schnell auf den Weg zum nahen Wilcox Einfachcampground, dem höchstgelegenen Campground des Banff Nationalparks. Hier finden wir noch Plätze für unsere beiden Fahrzeuge und wir (also Roli) kann endlich mal wieder ein Feuer entfachen, nachdem es in British Columbia wegen der Trockenheit und damit der vielen Waldbrände in der ganzen Provinz verboten war, ein Feuer zu machen. Die Höhe beschert uns eine kühle Nacht und auch das Wetter sieht nicht besser aus. Trotzdem fahren wir weiter, Ziel wäre eigentlich Lake Louise, neben Banff der Touristenmagnet im Park, aber gesehen haben möchte man See und Chateau natürlich trotzdem. Wir kommen an, bei strömendem Regen, alles total voll, auch der Campground. Da ist guter Rat teuer. Weiterfahren ins etwa 50 Kilometer entfernte Banff und auf einen freien Platz auf dem Camping hoffen? Im Visitor Center in Lake Louise teilt man uns mit, das es nur ausserhalb von Banff noch freie Plätze gibt (geben soll). Oft ist, wenn man persönlich ankommt doch noch etwas frei, wenn man reservieren will, dies aber nicht möglich ist. Dies mal ein kleiner Exkurs über möglich Probleme von Wohnmobilreisenden.....






Banff

Hotel Fairmont Banff Spring

Den könnte man kaufen..

Aussicht vom Sulphour Mountain

Banff Gondola-Schweizer Qualität!


Beim Abschiedsessen

Ein Glacé muss sein

Schlussendlich landen wir in Banff, kurz davor gab es einen plötzlichen Wetterwechsel - für einmal zum Positiven - und wir erhalten auch noch einen guten Stellplatz im stadtnahen Camping. Mit dem Gratis-Shuttlesbus fahren wir in die hübsche Innenstadt, bummeln durch die Strassen und beschliessen den Abend bei guter Hausmannskost (hier ist damit ein Burger gemeint) in einem lauten Westernpub.

Am nächsten Tag besuchen wir die touristischen Höhepunkte von Banff, das schlossartige The Fairmont Banff Springs Hotel, steigen in die (teure) Banff Godola zur Bergstation des Sulphur Mountain auf 2280 MüM und steigen die Treppe zum Gipfel hoch (mit vielen Japanern und Chinesen selbstverständlich). Hier in Banff heisst es auch Abschied nehmen von Esthi und Roli, da sie mehr Zeit haben als wir, wollen sie sich etwas mehr Zeit nehmen für die schönen Rocky Mountains und wollen noch ein paar landschaftlich interessante, aber weniger touristische Orte und Strassen "abfahren". Bei einem geselligen Nachtessen und einer Flasche gutem Malbec lassen wir die gemeinsam erlebte Zeit Revue passieren und werden fast etwas wehmütig.